Dojo - Jahresrückblick_2009

Das Jahr 2009 hatte nach der Winterpause bereits am 17. Januar den ersten Termin eines Anfängerkurses für Erwachsene zu bieten. Da dieser eine sehr gute Aufnahme fand, kann der Dojo mittlerweile vierzehn neue Mitglieder begrüßen, die sich samstags von 16.00 bis 17.30 Uhr dem Karate-Do in Kombination mit realer Selbstverteidigung widmen.

Ein erfreulicher Beginn also, dem im Februar die ersten Prüfungen des Jahres folgten, die am 20. 02. alle Teilnehmenden der Iai-Do-Gruppe zum dritten Kyu (grüner Gürtel) im Seitei-Iai und am 03. März acht junge Karate-Kas zum weißen Gürtel des fünften Jugend-Kyus führten. Gratulation an alle!

Der 28. März ermöglichte dagegen beim Karate-Lehrgang in Starzach 140 Interessierten von 10.00 bis 15.30 Uhr eine Vertiefung oder Erweiterung ihres kampfsportlichen Repertoires. Renshi Harald Weitmann hatte dabei als Referent für Okinawa-Ryu eine charakteristische Situationsabfolge zusammengestellt, die eine korrekte Anwendung bzw. Ausführung der raschen, kompromisslosen Techniken erforderte und dadurch die Effektivität der Angriffe und Konter betonte; ein Programm, das sich mit den anderen vier Themengebieten zu einem stimmigen Gesamtaufbau ergänzte, zumal die anwesenden Verbände abseits des rein sportlichen Aspektes Kontakte erneuern, pflegen oder anknüpfen konnten, was u. a. den Ausschlag dafür gab, eine Wiederholung des Lehrganges im nächsten Jahr anzustreben.

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Seinen seit 2002 festen Stellenwert im Ablauf des Dojo-Jahres der Karateschule Weitmann bestätigte dann am 04. April erneut der Iai-Do-Lehrgang unter der Leitung von Lothar Sieber (5. Dan Iai-Do), der sein Augenmerk diesmal zunächst auf eine intensivierte Arbeit an dem speziellen Zusammenspiel richtete, das sich aus den verschiedenen Arten des Schwertziehens, den grundlegenden Schnitten, Stichen und Chiburis (Befreien der Klinge von Blut) sowie dem sauberen Einführen der Klinge (Noto) in die Scheide (Saya) ergibt. Nach diesem Grundlagentraining, das einerseits prägend für Iai-Do an sich ist und andererseits eine wesentliche Voraussetzung für jeden komplexeren Bewegungsablauf darstellt, folgte in der zweiten Lehrgangshälfte eine verstärkte Auseinandersetzung mit den ersten sechs Katas des Seitei-Iais, die entsprechend dem variierenden Kenntnisstand der  Teilnehmenden wo notwendig eingeführt und dann entweder im Ganzen behandelt oder in einzelne Abschnitte zerlegt wurden. Die letzte Einheit gestaltete Lothar Sieber schließlich mit einer speziellen freien Form, die die zentralen Grundtechniken – ergänzt um Drehungen und Paraden – einprägsam und gut trainierbar in einen Ablauf integrierte, wodurch sie sich als Abrundung des konsequent strukturierten Lehrgangs eignete. Ihm schloss sich die Dan-Prüfung für Iai-Do der Verbände DJJR und Idokan Polen an, in der Renshi Harald Weitmann, Sensei Heiko Hofmann und Sensei Thomas Wolfer nochmals eine Stunde Konzentration, Präzision und individuellen Stil in den freien Technikfolgen, den zehn Katas des Seitei-Iais sowie den selbstgewählten freien Katas (alle genannten Bestandteile mussten jeweils dreimal gezeigt werden) bewiesen, weshalb ihnen von Lothar Sieber entsprechend der dritte Dan Iai-Do verliehen wurde. Herzlichen Glückwunsch an sie!

Prüfungsergebnisse, zu denen man gratulieren kann, sind außerdem vom 22. und 23. 04. zu vermelden. Während am 22. 04. zweiundzwanzig unserer jungen Karate-Kas den vierten Jugend-Kyu (weiß-gelber Gürtel) erreichten, tat es am 23. 04. eine ebenso große Gruppe ihren acht Vorgängern vom 03. März gleich und  ist seither ebenfalls im Besitz des weißen Gürtels und somit des fünften Jugend-Kyus.

Zudem gelang allen entsprechend eingestuften Schülern am 08. und 15. 05. der Übergang zum höchsten Jugend-Kyu, der zugleich dem siebten Erwachsenen-Kyu (oranger Gürtel) entspricht. Ebenfalls am 15. Mai hatten zugelassene Anwärter die Möglichkeit, den sechsten Kyu zu erlangen, während am 16. 05. die Stufen des fünften bis ersten Kyus (blauer Gürtel bis zum dritten braunen Gürtel) geprüft wurden. Die Teilnehmer beider Termine absolvierten ihre jeweilige Prüfung mit Erfolg. Insgesamt also auch an dieser Stelle Gratulation an alle!

Fortgesetzt wurde außerdem die Reihe der Lehrgänge. Dem Kombi-Lehrgang des DJJR in Weichs am 25. April folgte am 20. Juni der Bundeslehrgang in Miesbach (Oberbayern), zu dem wiederum der DJJR-LV-Süd einlud. Seinen Schwerpunkt bildete vor allem der Bereich des Jiu-Jitsu, ergänzt mit Modern Arnis, wobei ein Hauptakzent auf angewandter Selbstverteidigung lag. Gemäß dieser Vorgabe gestalteten Hannelore Sieber (8. Dan Jiu-Jitsu, Gerhard Jung (6. Dan Jiu-Jitsu-Karate), Jorgen Gydesen (6. Dan Modern-Arnis) und Bodo Blumentritt (5. Dan Jiu-Jitsu-Karate) in der Zeit von 13.00 bis 18.30 Uhr vier Trainingseinheiten für zwei Teilnehmergruppen (erste Gruppe: neunter bis fünfter Kyu; zweite Gruppe: vierter bis erster Kyu und Dan-Grade). 

Jorgen Gydesen begann seinen Trainingsabschnitt mit einer zeitbedingt kurzen Einführung in Grundlagen des ursprünglich von den Philippinen stammenden Arnis, das er in der an heutige Anforderungen angepassten Form des Modern Arnis vorstellte. Dabei ging er von Stellungs- und Angriffsoptionen aus, die er jedoch gemäß der Schwerpunktsetzung des Lehrganges alsbald um verschiedene Situationen der Selbstverteidigung erweiterte.  Zentral für alle Fallbeispiele war das Blocken und Kontrollieren der gegnerischen Waffe (Eskrima oder – mit entsprechend  veränderten Abwehransätzen – Messer), möglichst gepaart mit einer Entwaffnung.  Letztere kann, sofern der erste Block keine Entwaffnung leistet, mit einem Gelenkhebel (beispielsweise im Bereich des Ellbogen) erreicht werden oder innerhalb einer entsprechenden Kontertechnik erfolgen, die jede Art des Blockens und Kontrollierens sofort ergänzen muss. Wie allgemein im Kampfsport gibt es auch hier variable Möglichkeiten mit Tritten, Kniestößen, Fausttechniken und Würfen zu arbeiten, wobei der schnelle Übergang von einer Technik in die nächste vor allem dann essentiell ist, wenn sich der zuerst angewendete Konter als wirkungslos erweist.

Dieses Prinzip der fortgeführten, flüssigen Reaktion ist zugleich für alle referierten Jiu-Jitsu-Selbstverteidigungsaspekte wesentlich. Hannelore Sieber konzentrierte sich zunächst auf die richtige Art, sich aus der Rückenlage seitlich aufzurichten, denn bereits diese Aktion kann durch Fehler – auf dem Spann abgelegte Füße anstatt der korrekten Fußballenstellung und instabile Haltung des Oberkörpers – scheitern und dadurch dem Gegner Vorteile verschaffen. Spätestens sobald der Angreifer über den eigenen, am Boden liegenden Körper abgerollt werden sollte, wurde offensichtlich, wie wichtig dieser korrekte Aufrichtungsvorgang als Voraussetzung für alle weiteren Handlungen ist. Darüberhinaus lag das Augenmerk von Hannelore Sieber auf möglichst direkten, knappen Aktionen, die eine sofortige Wirkung beim Angreifer hervorrufen. So demonstrierte sie die Abwehr eines Faustangriffes von der Seite mit einer einzigen Armbewegung ebenso wie das schnelle „Hineingehen“ in den Gegner, das ihn gleichzeitig körperlich blockiert und einen Konter auf besonders schmerzempfindliche Körperstellen ermöglicht. Ähnlichen Prämissen unterlagen auch die  Gegenmaßnahmen nach dem Wegschlagen oder Ablenken eines Messerstiches.

Im Folgenden machte Gerhard Jung ebenfalls das Messer zum Gegenstand seiner Ausführungen, ergänzt um unterschiedliche Würgeangriffe. Er betonte nochmals entschieden die Gefährlichkeit einer kurzen Klingenwaffe, die nicht zuletzt in der geringen verbleibenden Zeit besteht, auf eine Attacke zu reagieren. Gerade dieser letzte Faktor erzwingt mit der potenziell tödlichen und schwer zu kontrollierenden Wirkung der Waffe eine entschlossene Abwehrhandlung gepaart mit einer sehr effektiven Folgetechnik. Vor allem das  Einbeziehen des Gesichtes in die Konterarbeit hat für Gerhard Jung einen immensen Stellenwert, da man auf diese Weise auch Kopfstöße bei einem frontal angreifenden Aggressor abschwächen oder ganz verhindern sowie gewaltsamem Drücken bzw. Anrennen entgegenwirken kann. Wird man mit einer oder beiden Händen gewürgt, spielt der Kopfbereich neben der Fixierung der würgenden Hand durch die eigene und angespannter Halsmuskulatur wiederum eine große Rolle als Ziel für Fausttechniken und Ellbogenstöße, die mit Kniestößen ergänzbar sind.

Mit Schwitzkastenangriffen und der Anwendung eines Kreuzblocks rundete schließlich Bodo Blumentritt das Programm ab. Er bot im Falle eines seitlichen Schwitzkastens mehrere Wurfvarianten an. Sie sind dadurch charakterisiert, dass  man dem gegnerischen Druck zunächst nachgibt, ihn aber gleichzeitig gegen den Angreifer wendet, indem man diesen aus dem Gleichgewicht bringt, über den eigenen Körper abrollt, damit in die Defensive zwingt und in Konter übergeht. Auch bei einer frontalen Umklammerung des Körpers durch den Gegner lässt sich dieses Prinzip zum eigenen Vorteil nutzen. Der erwähnte Kreuzblock wiederum erlaubt es, sowohl im oberen als auch im unteren Körperbereich einen Angriff abzuwehren. Dies ist besonders deshalb wichtig, weil man selten eindeutig abzuschätzen vermag, in welcher Höhe die Attacke angesetzt wird oder ob einer angetäuschten Technik eine zweite mit veränderter Trefferhöhe folgt. Nach dem Kreuzblock ergeben sich erneut unterschiedlichste Möglichkeiten, selbst tätig zu werden: ein Nackenschlag (Klebende Hand) mit Kniestoß, Hebel, Tritte und Brechen des gegnerischen Gleichgewichtes, um den Angreifer zu Boden zu bringen.

Diese letzte Trainingseinheit schloss den Kreis des durchdachten Programms und beendete den gelungenen Lehrgang, nachdem alle Referenten und Teilnehmer die gegenseitige Verabschiedung vorgenommen hatten. Ein großes Dankeschön gilt allen, die geplant, referiert, betreut und mit Kaffee und Kuchen das leibliche Wohl unterstützt haben!

 

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Ergänzend zu den Lehrgängen der Erwachsenen bot der DJJR am 11. 07. erneut den beliebten Jugendlehrgang in Weilheim (Oberbayern) an, der sich 2009 bereits zum vierten Mal jährte. Sein gemischtes Programm, das sich aus Shaolin-Tempelboxe, Arnis und Jiu-Jitsu, referiert von den Großmeistern Thomas Gerold, Harald Weitmann sowie Gerhard Jung, zusammensetzte, war auch diesmal durch  Ausgewogenheit zwischen spielerischen Elementen, Basistechniken und anspruchsvolleren Aufgaben gekennzeichnet. Es bereitete den zahlreichen jungen Karate-Kas im Alter zwischen acht und vierzehn Jahren einen ereignisreichen Nachmittag mit kleineren und größeren Herausforderungen in den genannten Kampfsportbereichen, der insgesamt begeisterten Anklang fand. Die wohlverdiente Stärkung am Ende der Veranstaltung stellte ein wie immer bestens ausgestatteter Grillabend dar, der Kindern, Jugendlichen, Eltern, Referenten und Organisatoren die Möglichkeit gab, sich nochmals persönlich auszutauschen und den Tag auf diese Weise gesellig ausklingen zu lassen.

 

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Zugleich mit dem Jugendlehrgang fand im Weitmann-Dojo die Kickboxprüfung zum ersten, zweiten und dritten Schülergrad unter der Leitung von Sensei Heiko Hofmann statt, die alle angetretenen Teilnehmer mit dem Erlangen der nächsthöheren Stufe beendeten.

Ebenso positiv verlief am 07. 08. die Graduierung zum neunten Kyu für die zehn zugelassenen Karate-Kas des im Januar begonnenen Erwachsenen-Kurses, die nun Träger des weißen Gürtels sind. Herzlichen Glückwunsch!

Nach der Sommerpause schloss sich der Freude über die gelungenen Prüfungen des ersten Halbjahres diejenige über einen Karate-Anfänger-Kurs für Kinder an, in dem wir 23 neue Karate-Kas begrüßen konnten, denen wir für ihre Kampfsport-Zukunft alles Gute wünschen.

Möglichst gutes Gelingen strebten auch die zahlreichen Prüflinge im Oktober und November an, das sich an folgenden Terminen entsprechend einstellte:

Am 13. 10. erreichte eine Gruppe Kinder und Jugendliche das gesetzte Ziel des vierten Jugend-Kyus (weiß-gelber Gürtel), während am 04. 11. sieben junge Karate-Kas ihre Befähigung zum dritten (gelber Gürtel) und jeweils vier zum zweiten (gelb-oranger Gürtel) und ersten Jugend-Kyu (gelb-grüner Gürtel) bewiesen. Ihnen folgte am 06. 11. ein Schüler mit der Graduierung zum dritten Jugend-Kyu. Darüber hinaus konnten am selben Tag sieben Prüflinge ihren gelb-orangen und vier ihren gelb-grünen Gürtel in Empfang nehmen. Der 09. 11. schließlich bescherte nochmals vier Karate-Kas den zweiten Jugend-Kyu. Weitere vier Schüler bekamen ebenfalls an diesem Termin ihren gelb-grünen Gürtel und damit den ersten Jugend-Kyu verliehen. Ein großes Lob an alle!

Unversehens steht nun der Dezember vor der Tür und erinnert an die allmählich beginnende Weihnachtszeit und das Ende eines weiteren Jahres im Weitmann-Dojo, das der letzte Stammtisch am 04. und das abschließende Training am 18. Dezember einläuten werden. Natürlich wünschen wir den Anwärtern auf die Prüfung zum fünften und vierten Kyu an diesem letzten Trainingstag viel Erfolg sowie allen Mitgliedern ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins Jahr 2010! Nicola Ettlin