Dojo - Jahresrückblick_2010

Den ersten Termin des Jahres 2010 bildete ein Selbstverteidigungskurs, den die Trainer der Karateschule Weitmann am 20. März in Dojo Neuffen für eine Firma in Dettingen-Erms abhielten. Dabei legten sie Wert auf eine Programmgestaltung, die der motivierten Teilnehmergruppe in der Zeit von 14 – 18 Uhr sowohl einen Überblick über die Praxis als auch die Theorie der Selbstverteidigung bot. So kamen unter theoretischer Prämisse die geltende Rechtslage und der Notwehrparagraph zur Sprache; einerseits um die juristischen Voraussetzungen aufzuzeigen, unter denen Selbstverteidigung zulässig ist, andererseits um die Teilnehmer dafür zu sensibilisieren, welche Reaktionen in welchen Situationen angemessen sind.

Darauf aufbauend bestand der praktische Teil des Kurses aus drei Bereichen, die der Gruppe grundlegende und vor allem anwendbare Techniken vermittelten. Zunächst lernten die Teilnehmenden prinzipielle Möglichkeiten des Schlagens und Stoßens kennen und sammelten erste Erfahrungen mit dem gezielten Einsatz von Fußtritten. Im zweiten Schritt konnten sie das soeben Erlernte im Pratzentraining erproben, was ihnen ein Gefühl für die eigene Schlagkraft, aber auch für den Widerstand gab, dem sich ein Konterschlag ausgesetzt sieht. Außerdem zeigte sich, wie wichtig eine korrekte Ausführung der Techniken ist, um eigene Verletzungen zu vermeiden. Der Dritte und letzte Unterrichtsblock beinhaltete Verhaltenstipps ebenso wie Hinweise auf alltägliche Gegenstände, die im Ernstfall zur Verteidigung einsetzbar sind. Da zu ihnen u. a. auch Stöcke und Regenschirme zählen, ergänzten die Referenten diese Einheit um einige Grundlagen des Stockkampfes.  Am Ende des Lehrganges fand eine lockere Diskussionsrunde statt, in der sich die Teilnehmer mit den Trainern austauschen und weiterführende Fragen stellen konnten, wobei die positiven Reaktionen auf den Kurs für die Karateschule Weitmann besonders erfreulich waren.

 

Der fortschreitende März brachte allerdings nicht nur einen Selbstverteidigungslehrgang mit sich, sondern auch neue Graduierungen, denn am 29. 03. erreichten die  Schüler der Montagsgruppe den 3. Jugend-Kyu und damit den gelben Gürtel, gefolgt von der Dienstagsgruppe, die den weiß-gelben Gürtel als Zeichen des 4. Jugend-Kyus in Empfang nehmen durften. Zu ihrer bestandenen Prüfung sei allen herzlich gratuliert und dem ganzen Dojo ein frohes Osterfest gewünscht!

 

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7. Dan Okinawa Karate und „Kyoshi“ Titel für Harald Weitmann sowie 4. Meistergrad Kickboxen für Sensei Heiko Hofmann beim DDVB Jubiläumslehrgang am 24.04.2010 in Wiesbaden

Charakterstärke, Integrität, Seriosität und technisches Können sind Ansprüche, die man beinahe selbstverständlich mit den Meister- und Großmeistergraden (Dan-Grade) des Kampfsports assoziiert; zurecht, denn im Kampfsport sind Verantwortungsbewusstsein und Vorbildfunktion unerlässlich um einerseits das Ansehen der alten und neueren Systeme zu bewahren sowie andererseits das notwendige Vertrauen im Lehrer-Schüler-Verhältnis, der Basis jeder Kampfkunst, aufzubauen, insbesondere im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit.

Vor diesem Hintergrund ist es eindeutig bedenklich, dass in der Realität anstatt der erwarteten Maximen häufig Eigennutz an erster Stelle steht, zu dem sich Inkompetenz und fragwürdige Graduierungspraktiken gesellen. Eine Erkenntnis, die Lothar Sieber (10. Dan [Soke] Zen-Do-Karate, 10. Dan Jiu-Jitsu) vor 30 Jahren zum Initiator des Deutschen Dan-Träger und Budo-Lehrer Verbandes e. V. werden ließ, der sich als Gegenentwurf zu denjenigen Organisationen versteht, die dubiose Vorgänge der genannten Art im Kampfsport dulden. Gemäß dieser Prämisse lehnen die Dan-Träger des DDBV jede Form undurchsichtiger Graduierungen ab und vertreten zugleich jene essentiellen Werte der Qualität, der Integrität und der charakterlichen Eignung. Entsprechend blickt der DDBV an seinem diesjährigen Jubiläum, das am 24. 04. 2010 in Wiesbaden begangen wurde, auf erfolgreiche Jahre zurück, in denen er sich aufgrund seiner seriösen Zielsetzung Anerkennung im In- und Ausland erworben hat.

Umso höher ist es zu bewerten, dass der DDBV anlässlich seines 30jährigen Bestehens die Leistungen zweier Kampfsportler aus der Karateschule Weitmann in Neuffen gewürdigt hat. Harald Weitmann (geboren 1961) ist seit 35 Jahren aktiver Kampfsportler (25 Jahre als Dan-Träger). Nachdem er als Jugendlicher bei Großmeister Albrecht Pflüger Shotokan-Karate trainiert hatte, erweiterte er ab 1978 seine Kenntnisse bei verschiedenen Meistern und Großmeistern in den Bereichen Aikido, Taekwondo und Wing-Tsun-Kung-Fu. Nach der Gründung seiner ersten Karateschule in Stuttgart (1981 gemeinsam mit Hartmut Böx) und der heutigen in Neuffen (1988) bot ihm die Bekanntschaft mit den Großmeistern H. D. Rauscher und H. Köhnen die Möglichkeit, Okinawa-Ryu sowie die Waffenkünste Bo und Arnis zu erlernen. Seit 1997 ergänzte er unter der Leitung von Großmeister Lothar Sieber sein Spektrum um Zen-Do-Karate, Jiu-Jitsu und Iai-Do. Neben seinen Fähigkeiten und dieser jahrzehntelangen Treue zum Kampfsport besteht sein Verdienst jedoch besonders in der verantwortungsvollen Weitergabe seines Wissens an Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Aus diesem Grund erhielt er vom DDBV die seltene Auszeichnung des 7. Dans Okinawa-Ryu, eines Großmeistergrades, der als „Kyoshi“ betitelt wird und das Prädikat des „treuen Lehrers“ trägt. Mit ihm wurde sein Meisterschüler Heiko Hofmann (geboren 1971) ausgezeichnet. Hofmann ist seit 1991 im Kampfsport aktiv, trägt den 4. Dan Karate-Do (Sensei) und trainiert in den Disziplinen Shotokan-Karate, Okinawa-Ryu, Iai-Do, Arnis und Kickboxen. Ihn graduierte der ehemalige Bundestrainer für Kickboxen und Mitglied der WAKO Niederlande sowie der WAKO Deutschland Winfried Laube (7. Meistergrad Kickboxen) mit dem 4. Meistergrad Kickboxen. Beide stehen somit als Mitglieder des DDBV repräsentativ für dessen Ansprüche und erinnern daran, dass man Kampfsport nicht nur betreiben, sondern auch mit Überzeugung leben sollte.

 

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Diese Überzeugung für den Kampfsport im Training an die Schüler weiterzugeben, ist letztendlich Ziel und Herausforderung zugleich, was sich u. a. in der Weiterentwicklung der einzelnen Kyu-Grade nachvollziehen lässt. So erreichten am 30. April drei Teilnehmer der Iai-Do-Gruppe nach bestandener Prüfung den 5. Kyu (gelber Gürtel), wozu wir Ihnen sehr gratulieren. Ihnen taten es am 20. Mai 26 junge Karateka gleich, die nach entsprechender Prüfungsleistung den weißen Gürtel des fünften Jugend-Kyus und damit ihre erste Karate-Graduierung verliehen bekamen. Ihnen alles Gute auf dem nun beschrittenen sportlichen Weg, dem Sempai Ingo Henzler, Tamara Lohrmann und Jürgen Pranghofer bereits seit 15 Jahren als Mitglieder des Weitmann-Dojos folgen. Als Anerkennung und Würdigung dieser langjährigen Treue und des damit einhergehenden Engagements erhielten sie am 25. Juni das Dojo-Abzeichen in Bronze, mit dem unsere Glückwünsche verbunden sind.

Bereits am 29. Juni konnten sich darüber hinaus weitere neun Prüflinge über den 3. Jugend-Kyu freuen – auch ihnen sei hiermit gratuliert – und mit dem gelben Gürtel eine neue Stufe ihrer Ausbildung beginnen.

Ergänzt wurde der interne Dojo-Lehrplan am 03. Juli zudem durch das wiederholte Angebot eines Lehrganges für Kinder und Jugendliche von acht bis vierzehn Jahren in Weilheim (Oberbayern), als dessen Träger der DJJR fungierte. Das Programm umspannte diesmal in den Stunden von 13.00 bis 16.00 Uhr Techniken aus dem Jiu-Jitsu, Karate, Tempelboxen und Arnis, die von den Großmeistern Thomas Gerold (6. Dan Jiu-Jitsu), Gerhard Jung (6. Dan Jiujitsu-Karate) und Harald Weitmann (7. Dan Okinawa-Karate) unterrichtet wurden, wobei wie schon in den Vorjahren der Selbstverteidigungsaspekt ein zentrale Rolle spielte.

Thomas Gerold ging zunächst gezielt auf grundlegende Fallübungen und Abrolltechniken des Jiu-Jitsu ein, da diese in jeder Art des Bodenkampfes entscheidend bei der Vermeidung eigener Verletzungen sind und bei richtiger Anwendung zugleich eine optimale Ausgangsposition gegenüber dem Gegner gewährleisten.

Wie wichtig letztere sein kann, erfuhren die jungen Karateka unter der Anleitung von Gerhard Jung, dessen Hauptaugenmerk auf Situationen am Boden gerichtet war, aus denen es sich zu befreien galt. Auch die immer wieder problematischen „Schwitzkastenangriffe“ bildeten eine thematische Einheit.

Harald Weitmann schulte schließlich anhand eines Trainings mit Pratzen zwei weitere Standardfähigkeiten des Kampfsports: Koordination und Distanzgefühl. Beides beeinflusst die Wirkung von Schlägen, Stößen, Fußtritten sowie den Einsatz von Gegenständen zur Verteidigung nachhaltig und erfordert gerade bei der Kombination mehrerer der genannten Techniken Übung, Erfahrung und ein Bewusstsein für den gewählten Ablauf.

Nachdem alle jugendlichen Teilnehmer die jeweiligen Herausforderungen gemeistert hatten, luden die Veranstalter noch zu einem wohlverdienten Grillen ein, das gegen 19.00 Uhr den wiederum erfolgreichen Lehrgang abschloss.

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Okinawa-Karate und Jiu-Jitsu-Lehrgang in Augsburg am 24.07.2010

Der diesjährige Landeslehrgang in Augsburg schließlich, dessen Gastgeber die an den DJJR Landesverband Süd angeschlossene Jiu-Jitsu-Karateschule Gerhard Jung war, fand als letzter des ersten Dojo-Halbjahres am 24. Juli statt. Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch die beiden Referenten Gerhard Jung (6. Dan Jiujitsu-Karate) und Harald Weitmann (7. Dan Okinawa-Karate) stellte Gerhard Jung zunächst einige Selbstverteidigungssituationen zur Diskussion, um die Kampfsportler dafür zu sensibilisieren, dass im Ernstfall zum einen viele traditionelle Techniken des Jiu-Jitsu und Karate unwirksam sind und zum anderen nur ein extrem kurzer Zeitraum bleibt, um Abwehrreaktionen erfolgreich einzusetzen. Entsprechend dieser Problemkonstellation thematisierte er anschließend mehrere Vorgehensweisen im realen Angriffsfall. Am Beginn standen Umklammerungen von vorne. Sobald die Teilnehmer unterschiedliche Kontervarianten erprobt hatten, folgten ein tief ausgeführter Rammangriff, ein Würgegriff (mit dem Unterarm) von hinten, ein seitlicher Schwitzkasten, Würgen am Boden und ein Fallbeispiel, bei dem der Gegner sich auf bzw. vor seinem liegenden Opfer befindet und es attackiert. Bei dem Versuch, diesen Varianten zu begegnen, zeigten sich die angesprochenen Schwierigkeiten ebenso wie die Notwendigkeit, Abwehroptionen immer wieder einzuüben, um sie bei einer ernsthaften Bedrohung prompt und kompromisslos ausführen zu können.

Gerade diese Kompromisslosigkeit kennzeichnet auch die Techniken des Okinawa-Karate, wie Harald Weitmann in der zweiten Unterrichtseinheit erläuterte. Ursprünglich entstand Okinawa-Karate aus dem unbewaffneten bzw. nur mit landwirtschaftlichen Hilfsmitteln geführten Kampf der bäuerlichen Bevölkerung Okinawas gegen die gerüsteten, gut bewaffneten und ausgebildeten Samurai, weshalb vor allem Abhärtung des Körpers die Voraussetzung für den adäquaten Einsatz der typischen Techniken ist. Aus diesem Grund gab Harald Weitmann den Teilnehmern zu Beginn einen Überblick über verschiedene Abhärtungsarten, bevor er sie in grundlegende Kontervariationen einführte. Neben den Vorteilen, die kontinuierliches Training und Abhärtung verschaffen, arbeitet das Okinawa-Karate ebenfalls mit Geschwindigkeit und dem Wissen um die besonders empfindlichen Teile des menschlichen Körpers, die gezielt angegriffen werden können. Prinzipiell beschränken sich allerdings auch hier Abwehr und entsprechender Konter auf wenige, aber effektiv und präzise ausgeführte Techniken, um den Gegner kampfunfähig zu machen. Nachdem die Sportler auf diese Weise erneut praktische Erfahrungen gesammelt hatten, zeigten Kyoshi Harald Weitmann und die teilnehmenden Dan-Träger der Karateschule Weitmann Sensei Thomas Wolfer (3. Dan Okinawa-Karate) und Sensei Dietmar Schulz (3. Dan Karate-Do) zum Abschluss des Lehrganges einige Meisterkatas. Sensei Heiko Hofmann (4. Dan Okinawa-Karate) demonstrierte zudem nochmals die aus jahrelanger Abhärtung und optimaler Ausführung resultierende Leistungsfähigkeit, indem er mit dem Schienbein einen Baseballschläger durchschlug. Damit endete der in sich ausgewogene und informative Lehrgang, dem ein gemeinsames Essen im Ristorante Da Giuseppe folgte.

 

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Der letzte reguläre Trainingstermin vor den Sommerferien fiel zwar auf den 28. Juli, jedoch begrüßte die Karateschule Weitmann am 03. August noch die Herren-Handballmannschaft des TB-Neuffen zu einem Einführungslehrgang, der den Teilnehmern von 19.00 bis 21.00 Uhr einen Eindruck von der Trainingsgestaltung an sich, aber auch von den unterrichteten Hauptbestandteilen des Okinawa-Karate vermitteln sollte. Zu Beginn gestaltete Sensei Heiko Hofmann das Aufwärmen mit Tae-Bo-Elementen und führte anschließend statische und dynamische Dehnübungen für den gesamten Körper durch. Auf diese Weise vorbereitet erhielten die Sportler im zweiten, von Kyoshi Harald Weitmann referierten Teil des Lehrgangs die Möglichkeit, verschiedene Gesichtspunkte des Abhärtens theoretisch kennenzulernen und diese anschließend zu erproben. Einen Schwerpunkt bildete hierbei die Bauchmuskulatur, erweitert durch einige Beispiele zur Ganzkörperabhärtung, die von Harald Weitmann und Sempai Tobias Brauner demonstriert wurden. Desweiteren ergänzte ein Pratzentraining zur Einübung mehrerer Fausttechniken die Erläuterungen, gefolgt von Grundlagen der Selbstverteidigung, die einerseits Raum für Nachfragen bezüglich des realen Vorgehens und andererseits der geltenden Gesetze boten. Zur Abrundung des gegebenen Überblicks zeigte das Team der Karateschule Weitmann Katas aus den Bereichen Shotokan-Karate, Okinawa-Karate und Iai-Do. Diesem offiziellen Ende des Lehrganges schloss sich eine Gesprächsrunde an, in der sich die Teilnehmer mit den Trainern austauschten und so den Abend ausklingen ließen.

Mit dem letzten freien Training am 06. August startet nun die dreiwöchige Sommerpause. Rundum schöne Ferien und ein ebensolcher Urlaub für alle!

 

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Bereits vor Ende der Sommerpause war erneut eine an Kampfsport – Schwerpunkt Selbstverteidigung – interessierte Gruppe zu Gast im Weitmann-Dojo. Die Mitarbeiter der Firma Baber aus Neuhausen erhielten am 30. 08. in einem dreistündigen, von Kyoshi Harald Weitmann geleiteten Programm Einblicke in trainingsbegleitende Übungen des Aufwärmens und Dehnens und lernten Oi-Tsuki, Gyaku-Tsuki sowie Mae-Geri kennen. Nachdem diese Grundtechniken zu kleinen Kombinationen verbunden worden waren, konnten erste Erfahrungen mit ihrer Wirksamkeit und Ausführung im partnerschaftlichen Pratzentraining bzw. am Sandsack gesammelt werden. Erläuterungen zum thematischen Feld der Selbstverteidigung ergänzten mit einigen von Harald Weitmann und Sempai Tobias Brauner dargestellten Angriffs- und Abwehrsituationen die praktischen Einheiten. Zum Abschluss des Einführungslehrganges bestand wiederum die Möglichkeit, Eindrücke des Nachmittags in lockerer Runde mitzuteilen und zu diskutieren.

 

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DJJR Landeslehrgang in Weichs

Einen weiteren Landeslehrgang richtete am 25. September die Jiu-Jitsu- und Karate-Schule Sieber München in Weichs aus. Zum offiziellen Beginn um 11 Uhr versammelten sich alle Teilnehmer in der Sporthalle der Grundschule, wo sie von den referierenden Großmeistern Lothar Sieber (10. Dan Jiu-Jitsu / Zen-Do-Karate), Bodo Blumentritt (5. Dan Jiu Jitsu) und Thomas Gerold (6. Dan Jiu-Jitsu) begrüßt wurden. Es folgte eine von Harald Weitmann (7. Dan Okinawa-Karate) geleitete Aufwärmrunde, um die Teilnehmer auf das Tagesprogramm vorzubereiten. Dieses beinhaltete drei, jeweils eineinhalbstündige Einheiten, in denen speziell für den konkreten Angriffsfall ausgewählte Techniken aus den Bereichen Jiu-Jitsu, Zen-Do-Karate und Tempelboxen eingeübt, aber auch hinsichtlich ihrer Wirksamkeit besprochen wurden. Lothar Sieber zeigte zunächst verschiedene Möglichkeiten, wie Umklammerungs- und Schwitzkastenattacken durch (Schulter-) Würfe oder Kombinationen aus Arm-, Bein- sowie Wurftechniken wirkungsvoll gekontert werden können. Entscheidend ist dabei, möglichst den Schwung des Gegners auszunutzen oder ihn unter Zuhilfenahme des eigenen Körpergewichtes in Bodenlage zu bringen, um sich selbst einen entsprechenden Vorteil zu verschaffen. Am Ende seiner Erläuterungen ging Lothar Sieber auf die Abwehr von Schusswaffen ein. Vor allem gab er dabei zu bedenken, dass jegliche Reaktion auf die Bedrohung mit einer Pistole – sofern die Situation eine solche überhaupt erlaubt – ein Höchstmaß an technischer und mentaler Sicherheit gepaart mit Schnelligkeit erfordert.

Bodo Blumentritt ergänzte das bisherige Programm um einige spezifische Hand-, Faust- und Fußstöße bzw. -tritte des Zen-Do-Karates, die sowohl zur prägnanten Abwehr als auch zur Befreiung aus Würge- und Klammergriffen sowie prinzipiell zum Kontern geeignet sind. Zahlreiche Situationsbeispiele führten die Teilnehmer zuerst an die einzelnen Techniken heran, bevor die eingeübten Abläufe zu einer Abwehr-Konter-Folge verbunden wurden.

Auf diese Weise ging auch Thomas Gerold in der abschließenden Lehrgangseinheit vor. Er leitete seine Grundtechniken u. a. aus dem Tempelboxen ab und schloss den von Beginn gespannten Bogen dadurch, dass er zu diesen wiederum Elemente des Jiu-Jitsu hinzufügte. So lernten die Kampfsportler nicht nur erneut abgewandelte Einsatzmöglichkeiten im Fall verschiedenster Angriffe von vorne und hinten kennen, sondern sie konnten auch erproben, welche Optionen bleiben, wenn man sich nach einer Abwehrreaktion selbst in der Bodenlage wiederfindet. Darüber hinaus kamen Stock- und Messerattacken in allen Einheiten zur Sprache. Um 16.30 Uhr beendete ein abschließender Gruß den interessanten Lehrgang. Wie immer fanden sich danach die Teilnehmer noch zu einem Abendessen zusammen, bei dem sie diesmal im Gasthof Langenegger bewirtet wurden.

 

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Russische Delegation einer militärischen Nahkampf-Spezialeinheit zum Technikaustausch in der Karateschule Weitmann.

Eine besondere Freude für die Karateschule Weitmann war der Besuch einer Gruppe russischer Kampfsportler, die sich am 13. Oktober einerseits über Okinawa-Karate informieren und es andererseits mit den von ihnen praktizierten Stilen, Techniken und Anforderungen vergleichen wollten. Diesem Wunsch entsprechend zeigte und erläuterte Harald Weitmann nach einer herzlichen Begrüßung typische Abhärtungsübungen des Okinawa-Karate für Handkanten, Handknöchel, Ober- und Unterarme sowie Schienbeine an der Holzpuppe (dem „Hölzernen Mann“). Dabei wies er zugleich darauf hin, dass auch langsam gerollte Bambusstöcke Schienbeine und Unterarme schlagresistenter machen können. Nachdem die Gäste einige Varianten nachvollzogen hatten, wurde das Programm auf die Abhärtung mit Partner erweitert. Bei ihr arbeitet ein Trainierender mit Faustschlägen, Kniestößen, Handrücken- und Handkantenschlägen, Ellbogenstößen sowie Lowkicks am jeweils anderen, um auf diese Weise dessen Toleranz für Treffer zu erhöhen. Auch diesmal folgte eine  Übungssequenz. Zuletzt demonstrierten Harald Weitmann, Heiko Hofmann, und Tobias Brauner Elemente des Okinawa-Kobudo (Waffenkampf) sowie des Iai-Do und Arnis.

Den zweiten Teil des Abends gestalteten die russischen Gäste selbst, indem sie ihr Können auf dem Gebiet der Selbstverteidigung theoretisch und praktisch weitergaben. In dieses Wissen fließen neben der Kenntnis verschiedener Kampfsysteme und der jahrzehntelangen Ausübung des Kampfsports auch Erfahrungen mit der immer präsenten Gefahr von Messerattacken bzw. realem Nahkampf ein. Die darauf aufbauenden Techniken und eine besondere Verbindung des Sambo (russischer Ringkampf; das Wort Sambo bedeutet „Selbstschutz ohne Waffen“) mit dem Jiu-Jitsu waren für die Angehörigen der Karateschule Weitmann eine Bestätigung ihres eigenen kampfsportlichen Repertoires und ein interessanter Ausgangspunkt für die am Ende abgehaltene Diskussion um Sinn, Anwendbarkeit und Wirksamkeit von Selbstverteidigung. Dabei wurde vor allem eines klar: Gerade die grundlegenden Prinzipien des Okinawa-Karate bilden einen optimalen Ausgangspunkt, aus dem sich vielfältige Anwendungsformen und möglichkeiten zur realen Verteidigung ableiten lassen, die zugleich länderübergreifende Gültigkeit beanspruchen können.

Bedanken für den schönen Trainigsabend wollen wir uns an:

Sergej Nasteka 5.Dan Jiu-Jitsu 1.Dan Taiti-Jitsu, Aleksej Postnikov 4.Dan Jiu-Jitsu, Michail Toistoguzov 2.Dan Jiu-Jitsu Spezialeinheit des Justizministerium, Sergej Banaevkov Gernaraldirektor einer Schule für Sicherheitspersonal und bei Sergej Leitner 4.Dan Jiu-Jitsu aus München der die Kontakte hergestellt hat.

 

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Karate- und Selbstverteidigungsprojekt an der Grund- und Hauptschule Neuffen in Kooperation mit der Karateschule Weitmann

Selbstbehauptung weist wie kaum ein anderer Begriff auf zwei Hauptkomponenten des Karate hin. Zum einen meint sie die körperliche Fähigkeit, sich in einer konkreten und bedrohlichen Angriffssituation angemessen verteidigen zu können. Zum anderen aber artikuliert sie das geistige Anliegen der traditionellen Kampfsportarten, das eigene Selbstbewusstsein gepaart mit Disziplin so auszubilden, dass vor jeder Kampfhandlung die friedliche Konfliktbewältigung steht. Wer sich seiner selbst im positiven Sinn sicher ist, kann sich gewaltlos behaupten, es sei denn, eine tatsächliche Notsituation macht dies unmöglich.

Gerade bei Heranwachsenden gewinnen beide Gesichtspunkte heute zunehmend an Wichtigkeit. Aus diesem Grund freut sich die Karateschule Weitmann über das Zustandekommen eines Gemeinschaftsprojektes mit der Grund- und Hauptschule Neuffen, das Schüler der siebten bis neunten Klasse an drei Montagen vom 29. 11. bis zum 13. 12. jeweils von 15.00 bis 16.30 Uhr einlädt, erste Erfahrungen mit den körperlichen Anforderungen des Karate (Schwerpunkt: Selbstverteidigung) zu sammeln und sich dabei gleichzeitig mit Werten wie Teamgeist, Selbstbewusstsein sowie der Möglichkeit verbaler Konfliktlösung auseinanderzusetzen. Initiatorin des Projektes ist Julia Schaufler, die mit ihrem Engagement die Veranstaltung im Rahmen der Schulsozialarbeit als freiwillige Alternative zum „Wahlsport“ unter Mitwirkung der Karateschule Weitmann in den Unterrichtsablauf integriert hat.

 

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Mit dem Ende des Karateprojektes an der Grund- und Hauptschule Neuffen war das Dojo-Jahr bereits wieder in der Dezembermitte angekommen und die letzten drei Prüfungen wurden abgehalten. Sie starteten zunächst am 16. 12. mit dem aus Erwachsenen und Jugendlichen bestehenden Anfängerkurs. Alle Teilnehmer bekamen den neunten Kyu (weißer Gürtel) verliehen, nachdem sie ihre Prüfungsdisziplinen erfolgreich absolviert hatten. Dazu gratulieren wir ihnen herzlich und geben zugleich verdiente Glückwünsche an die drei Prüflinge der Iai-Do-Gruppe weiter, die am 17. 12. den zweiten Kyu (blauer Gürtel) meisterten. Der Nachmittag des 18. 12. war den Kickboxprüfungen zum ersten, zweiten und vierten Schülergrad vorbehalten. Auch hier erreichten die angetretenen Teilnehmer die jeweils höheren Graduierungen, wozu wir sie ebenfalls beglückwünschen.

Schließlich fand am 20. 12. das Training im Jahr 2010 seinen endgültigen Abschluss. Es bleibt also nur noch allen Mitgliedern frohe und besinnliche Weihnachten und einen guten Start ins Jahr 2011 zu wünschen! Nicola Ettlin